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1./2.02.2020: Bayerische Hallen-Meisterschaften in München

Phänomenales Rekord-Wochenende des LAC-Nachwuchses

Annika Just, Maria Anzinger und Franziska Drexler mit fünf Bayerischen Rekorden

Der Nachwuchs des LAC Passau brannte bei den Bayerischen Hallen-Meisterschaften in München ein Feuerwerk an Bayerischen Rekorden, nationalen Spitzenleistungen und Medaillen ab. Fünf Bayerische Rekorde in der W15 und W14 gingen auf sein Konto. Annika Just verbesserte ihren eigenen Rekord über 60 Meter und sprintete zu einem weiteren über 200 Meter. Maria Anzinger ist jetzt die Schnellste über 60 Meter Hürden und Franziska Drexler gelang ein Doppelschlag mit zwei Bayerischen Rekorden über 2.000 Meter in der W14 und W15. Gold Nummer vier holte Paul Feuer mit einer nationalen Top-Zeit über 3.000 Meter (U20), zweimal Silber gab es für Luis Dressel über 3.000 Meter (U18) und Maria Anzinger im Weitsprung (U16). Bronze sicherten sich René Hamberger im Kugelstoß der Männer und Annika Just über 200 Meter (U18).

Annika Just im Flow

Sprinterin Annika Just hat im Moment im sprichwörtlichen Sinne einen Lauf. Sie steigerte am Samstagnachmittag in der Werner-von-Linde Halle im Schatten des Olympiastadions ihren hochkarätigen bayerischen Rekord im 60 Meter-Finale der U16 um weitere sechs Hundertstel auf 7,58 Sekunden. Im Vorlauf lief sie nach 30 Metern kontrolliert und locker Richtung Ziel (7,78). Sie hielt Haus mit ihren Kräften, denn für das Finale liebäugelte sie erneut mit einer schnellen Zeit. Schrecksekunde fünf Minuten vor dem Start, die Wadenmuskulatur krampfte. Nach deren Auflockerung schnellte sie für ihre Verhältnisse ungewöhnlich gut aus dem Startblock. Wie gewohnt beschleunigte sie gut, um dann wieder im freien Sprint ihre größte Stärke auszuspielen. Die absolute Klasse ihrer Leistung zeigt sich nicht nur darin, dass sie in der Halle aktuell auf Platz eins in Deutschland steht. Ihre Siegerzeit war auch die zweitschnellste des Tages einschließlich der Frauenklasse. Nur Svenja Pfetsch (SC Vöhringen), 2019 Starterin bei der U20-EM über 200 Meter, war in 7,55 Sekunden schneller.

LAC-Sprint-Dominanz mit Franziska Rohmann und Maria Anzinger

Insgesamt waren drei Sprinterinnen des LAC Passau unter den ersten fünf des Endlaufs. Franziska Rohmann und Maria Anzinger standen ebenfalls im U16-Finale. Sie belegten in 7,96 bzw. 7,97 Sekunden einen hervorragenden vierten und fünften Platz, schrammten nur um vier bzw. fünf Hundertstel an Bronze vorbei. Franziska Rohmann zeigte sich beim Start durch den Beinwechsel in den letzten zwei Wochen deutlich verbessert. Sie kam sehr gut aus dem Block. Durch den Wechsel funktionierte die Beschleunigung auf den ersten 30 Metern nicht optimal. Hier verlor sie die entscheidenden Hundertstel im Kampf um Bronze. Maria Anzinger gelang nach dem Hürdensprint nicht ganz die Umstellung auf die etwas andere Schrittlänge beim Start über 60 Meter. Trotzdem lief sie im Vorlauf (8,03) und im Endlauf sehr nah an ihre Bestzeit heran.

Rekord Nummer zwei: Maria Anzinger pfeilschnell über die Hürden

Drei Stunden zuvor war Maria Anzinger zum Bayerischen W15-Rekord und Titel über die Hürden gestürmt. Den Rekord hielt seit 2014 keine geringere als Corinna Schwab (TV Amberg), U20-Weltmeisterin mit der 4x100-Meter-Staffel, in 8,86 Sekunden. Dass ein Bayerischer Rekord in der Luft lag, hatte Maria Anzinger mit einem kontrollierten Vorlauf in 8,96 Sekunden angedeutet. Im Finale war sie dann deutlich druckvoller unterwegs. Trotz einiger technischer Mängel unterbot sie mit ihrem offensivem Laufstil in 8,83 Sekunden den alten Rekord um drei Hundertstel. Nur zwei deutsche Hürdensprinterinnen waren in diesem Winter in der U16 schneller unterwegs. Mit einem deutlichen Abstand von drei Zehnteln überquerte Millicent Mensah (TSV Katzwang) als Zweite die Ziellinie.

Doppelschlag durch Franziska Drexler: Rekorde Nummer drei und vier

Damit war aber der Rekordhunger des weiblichen Nachwuchses am Samstag noch nicht gestillt. Franziska Drexler lieferte in einem Sololauf eine Galavorstellung über 2.000 Meter ab. Noch der W14 angehörig fackelte sie nach dem Start der U16 nicht lange, eilte dem Feld davon und zog „alleine“ ihre Runden. Die Durchgangzeit bei 1.000 Meter von 3:18 Minuten ließ auf eine Spitzenzeit hoffen. Eine nach der anderen holte sie auf der Zweihundert-Meter-Runde ein. Nach dem alleinigen Kampf gegen die Uhr leuchteten exzellente 6:43,22 Minuten auf dem Zielbildschirm auf, bis auf eine Läuferin hatte sie alle überrundet. Den Spurt um Platz zwei entschied Theresa Andersch (LG Bamberg, 7:17,20) für sich. Dann ging das Rätselraten und Recherchieren los, war es ein Bayerischer Rekord? Nein, es waren zwei Bayerische Rekorde! Franziska Drexler hatte sowohl den von Julia Rath (TSV Penzberg) in der W14 mit 7:07,19 Minuten als auch den von Maja Betz (TSV Ostheim) in der W15 mit 6:48,80 Minuten gehaltenen Rekord in einem fulminanten Rennen an sich gerissen. Nur zwei Läuferinnen der W14 waren in dieser Wintersaison in Deutschland bisher schneller unterwegs als sie.

Paul Feuer empfiehlt sich für die Jugend-Hallen-DM

Über 3.000 Meter der U18 belegten in einem sehr starken Feld Laura Eisenreich in 10:52,67 und Nora Aits in 10:55,90 Minuten mit guten Zeiten die Plätze fünf und sechs. Nora Aits musste vor einer Woche wegen einer Erkrankung noch mit dem Training aussetzen. In der U20 holte sich Lea Wenninger in 10:51,85 Minuten Bronze, nur um eine Sekunde um Silber geschlagen. Leander Schachtner belegte in der U16 ebenfalls über 3.000 Meter Rang acht. Luis Dressel gewann in der U18 Silber in 9:41,22 Minuten. Cross-EM-Starter Paul Feuerer war klarer Favorit für die 3.000 Meter der U20, testete seine Form mit Blick auf die Deutschen Hallen-Meisterschaften in zwei Wochen in Neubrandenburg. Konstant zog er seine Runden, 400 Meter absolvierte er jeweils in 70 Sekunden. Mit 8:46,66 Minuten platzierte er sich in der deutschen U20-Bestenliste auf Rang drei. Luk Jäger vom TSV Penzberg, wie Paul Feuerer Mitglied des Hindernis-Nationalkaders, lief in 8:57,76 Minuten auf Platz zwei. Jonathan Adler wurde Siebter in 9:55,46 Minuten, Valentin Fuchs Achter im Lauf der Männer über 800 Meter in 2:01,74 Minuten.

Bronze mit der Kugel

Für die erst Medaille des Tages am Samstag hatte René Hamberger gesorgt. Er wuchtete die 7,26 Kilogramm schwere Kugel auf dem Bronzerang. Unter normalen Umständen wäre er mit der Weite von 16,13 Meter nicht zufrieden gewesen. Es war sein einziger Stoß über 16 Meter.  Nach zwei Wochen Grippe freute er sich über den Gewinn des Edelmetalls.

Rekord Nummer fünf über 200 Meter

Am zweiten Tag der Meisterschaften kürte sich Annika Just mit einem weiteren Bayerischen Rekord zu deren Sprintkönigin. Sie startete bei der bis zu zwei Jahre älteren Konkurrenz der U18 über 200 Meter. Über die Hallenrunde stand der W15-Rekord bei 25,82 Sekunden, gehalten von Celina Kränzle (SC Vöhringen). Annika Just lief zurückhaltend an, schaltete erst am Ende der Kurve ihren Turbo an und pulverisierte in 25,56 Sekunden den bisherigen Bayerischen Rekord. Gold gewann Viola John (LG Stadtwerke München) in ausgezeichneten 24,51 Sekunden. Annika Just holte sich mit dem dritten Rang und Bronze ihre zweite Medaille. Franziska Rohmann lief mutig an, doch bei 150 Meter schwanden ihr die Kräfte. Kurz vor dem Ziel vertrat sie sich, spürte einen stechenden Schmerz im Oberschenkel und geriet ins Straucheln. Trotzdem belegte sie in 26,67 Sekunden knapp über ihrer Bestzeit Rang neun. Unter die besten acht rannte in der U18 Davis Goldschmidt in 24,13 Sekunden und stellte seine Freiluftbestzeit ein. Ein mäßiger Start verhinderte ein Zeit unter 24 Sekunden. Am Tag zuvor verpasste er n in 7,35 Sekunden nur um eine Hundertstel den Endlauf über 60 Meter.

Zweite Medaille für Maria Anzinger

Im letzten Versuch des Weitsprungs zeigte sich Maria Anzinger von ihrer besten Seite. In allen Versuchen zuvor passte der Anlauf, jedoch nicht der Absprung. Mit ihrem letzten Satz flog sie auf 5,55 Meter – persönliche Bestleistung und der Silberrang in der U16. Unangefochten gewann Sofie Gröninger (LG Sempt) mit 5,80 Metern. Platz acht belegte Michael Duft im Weitsprung der Männer mit 6,41 Metern. In fünf Sprüngen um 6,40 Meter bewies er hohe Konstanz. Nur der Ausreißer nach oben fehlte nach dem stark reduzierten Training in den letzten eineinhalb Monaten wegen der Bundesheer-Grundausbildung. Eine ähnliche gute Serie zeigte Lisa Schmid als Fünfte im Weitsprung der Frauen mit 5,39, 5,39, 5,47 und 5,49 Metern. Trotz Anlaufproblemen trennten sie nur sechs Zentimeter vom Bronzeplatz. Mit einem verbesserten Anlauf sollten im Sommer 5,70 Meter möglich sein.

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